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Viltrox AF 23mm F1,4 STM für Sony E-Mount

Kermyfilm
Veröffentlicht von Thorsten Rück in Objektivtest · 14 März 2021
Tags: RolleiViltroxObjektivGlasObjektivtestSonyEMountViltroxAF23mmF1.4STM
Das Viltrox AF 23 mm F1.4 STM für Sony E-Mount im Test

Seit längerer Zeit suche ich eine Alternative für die von mir gerne genutzten Altgläser. Diese haben keinen Autofokus, der aber in einigen Situationen gebraucht wird. Die Auswahl ist umfangreich, aber ich bin nicht bereit um die 1000 Euro für ein Objektiv zu investieren.

Die Firma Rollei ist der Importeur von Objektiven des chinesischen Hersteller Viltrox, die preislich durchaus sehr interessant sind.
Aber sind diese Gläser auch gut ? Dazu gibt es nur wenig Informationen im Internet, die jedoch generell als gut anzusehen sind.
Hier kann also nur ein Selbsttest weiterhelfen, den ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln durchführen kann. Mittels Referenzaufnahmen, einer Meßkarte für Auflösung und dem SpyderLenscal von Datacolor lässt sich abseits der digitalen Messlaboren aber schon mal recht zuverlässig testen.



Das bei Rollei bestellte Glas kam relativ schnell bei mir an und ist gut verpackt. In einem Karton ist gut gepolstert und gesichert das Objektiv, das auch gleich ein Transportsäckchen dabei bekommt.



Ausgepackt kommt die erste Überraschung, denn das Glas hat ordentlich Gewicht. Kein wunder, ist es komplett nicht aus Plastik gefertigt. Es macht einen wertigen, ersten Eindruck.


Ich wusste ja schon, dass ich die Blenden manuell einstellen kann, dass aber auch eine "A" Einstellung vorhanden ist, mit der dann die Blenden von der Kamera aus eingestellt werden können, ist ein netter Pluspunkt. Also denn mal ran an die Kamera und ausprobieren. Der Bajonettanschluß ist aus Metall und passt 100 prozentig ohne irgendein Spiel fest an die Kamera - hier eine Sony Alpha 6400, denn das Glas ist ausschließlich für APS-C Sensoren nutzbar.



Die Sonnenblende wird zum Transport umgedreht am Glas mit Hilfe der allseits bekannten 1/4 Umdrehung befestigt. Wird die ebenfalls aus Metall hergestellte Sonnenblende gebraucht, wird sie einfach gelöst, umgedreht und wieder mit der 1/4 Umdrehung arretiert. Auch hier schließt sich die Verbindung schmatzend fest zum Glas - sehr gut. Der Filterdurchmesser beträgt 52 mm.

Dann als nächstes den Autofocus probieren. Der ist permanet an, da am Glas selbst keine Ausschalter dafür vorhanden ist. Falls gewünscht, muss das dann an der Kamera geschaltet werden. Ohne pumpen findet der AF sein Ziel und stellt scharf. Whow - das muss ich auf jedem Fall noch ausgiebig testen - auch mal unter nicht so optimalen Lichtbedingungen.

Die Blendensteuerung erfolgt von der Kamera von f=1,4 bis f=16 völlig problemlos und nun kam das für mich Beste: Die manuelle Einstellungen am Blendesring erfolgt rasterlos - butterweich durchgängig. Das macht sich besonders gut bei Videoaufnahmen.
Mit 9 Lamellen erzeugt das Glas auch ein ganz ansehnliches Bokeh.

Jetzt wurde meine Neugierde geweckt, wie denn der Focus so arbeitet und sitzt. Übrigens fährt beim Focussieren kein Tubus aus dem Glas heraus, es fokussiert innen (IF genannt), was zur besseren Korrektur von Abbildungsfehlern sorgt.
Die erste Aufnahme mit f=1,4



Ui - der Focus sitzt genau dort, wo er sollte. Das wird ja spannend. Also gleich mal den kompletten Bereich durchprobieren.
Es war keinerlei Verschlechterung festzustellen. Selbst bei Blende 16 war der Fokus korrekt:



Die Aufnahmen fanden bei nicht ganz so guter Beleuchtung statt. Immer wieder nach der Aufnahme ein anderes Objekt anfocussiert und dann mit einem Schwenk zurück und zack: Sofort fand der AF sein Ziel. Donnerwetter - da haben andere Objektive gelegentlich mehr Probleme. Gut, war die Sache mit dem Focus schon mal geklärt. Dann interessierte mich noch die Abbildungsqualität.



Das Foto der Testkarte zeigt eine Vignetierung sowie eine leichte Tonnenwölbung. Es gibt für Lightroom derzeit noch keine Profilkorrektur. Die hellen Flecken in der Kartenmitte kommen von der Beleuchtung. Die Schärfe der Siemenssterne ist aber durchaus gut. Da haben andere Objektive bei der größten Blende deutlich mehr Probleme der scharfen Abbildung. Wie verhält sich aber das Viltrox-Glas, wenn die Blenden weiter geschlossen werden ?
Das nächste Bild zeigt die Testkarte bei Blende 2,5:



Die Vignettierung wird schon besser und die Schärfe nimmt zu. Die Verzerrungen bleiben bei - alledings finde ich sie nicht allzu schlimm. Wie aber sieht es denn bei der Blende 16 aus ?



Ich finde, dass es insgesamt nicht schlimmer geworden ist. Mein Fazit lautet daher: Durchaus brauchbar !
Was aber genau bringt mir nun das Objektiv bei einem Einsatz ? Mit 23 mm ist es schon mal ein Weitwinkel, welches in der
Street- und Architekturfotografie sowie in der Landschaftsfotografie interessante Blickwinkel ermöglicht. Kleinbildäquivalent liegt man ja bei einer Brennweite von 23 x 1,5 = 34,5mm (bei Sony).

Raus in die Natur !
Hier erstmal Vergleichsbilder. Das obere ist mit 50mm FB Sony, das untere dann 23mm FB Viltrox erstellt worden




Mal abgesehen von dem etwas schiefen Horizont, der ein Einstellungsfehler meinerseits ist, lohnt sich eine Vergrößerung in der Ansicht auf 100 %. Die Maserung des Holzes an dem Unterstand (AF-Punkt), die Befestigungsschrauben - alles ist scharf abgebildet bei f=3,2. Die chromatischen Aberationen im Bereich der Baumwipfel gegen das helle Licht des Himmels halten sich ebenfalls in Grenzen.

Zum Vergleich wollte ich noch einmal ein Vergleichsfoto 50mm f=2,8 Sony zwischen 23mm f=2,8 Viltrox erstellen:




Auch hier kann ich bei einer 100 % Vergrößerung keine gravierenden Fehler feststellen. Zum Abschluß habe ich ein Foto aufgenommen, um die Strukturenschärfe noch einmal zu prüfen:



Ich finde das ein gutes Ergebnis bei immerhin Blende 2,0.

Mein Fazit

Das Viltrox AF 23mm F1.4 STN hat mich überzeugen können. Zu dem Marktpreis ist es eine gute Alternative zu weitaus teureren Gläsern von bekannten Markenherstellern. Schon wegen der butterweichen Einstellmöglichkeiten am Blendenring und den dadurch möglichen Einsatz in der Videographie ein Tipp. Das Glas besitzt bei dem Kaufpreis keinen Wetterschutz. Damit muss man dann zurechtkommen, aber sonst habe ich keine weiteren negativen Aspekte finden können.



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